Drei Jahre bis zum richtigen Blau

Die Kobaltglasur der Serie Herd hat länger gedauert als die Formen. Wir haben 2023 angefangen und im Sommer 2026 die Rezeptur eingefroren, nach 140 Probekacheln.
Kobaltoxid ist das stärkste Farbmittel in der Keramik. Ein halbes Prozent in einer Glasur gibt schon ein kräftiges Blau. Das Problem ist nicht die Farbe, sondern alles andere: Die Glasur soll glänzen, aber nicht spiegeln. Sie soll an Kanten dünner werden und heller durchscheinen, aber nicht ablaufen. Sie soll auf 1.260 Grad passen, ohne Haarrisse, und sie soll mit Spülmaschinenreiniger zurechtkommen.
Die ersten Versuche waren zu dunkel, fast schwarz. Dann zu gleichmäßig, wie Industrieware. Die Lösung war am Ende eine Mischung aus zwei Glasuren übereinander: eine helle Feldspatglasur unten, die Kobaltglasur dünn darüber. Wo sie dünner aufliegt, scheint die Unterglasur durch, und der Teller bekommt den Verlauf, den wir wollten.
Jede Brennladung sieht ein wenig anders aus, weil Ofenatmosphäre und Glasurdicke nie genau gleich sind. Wir brennen Probekacheln mit und legen sie ab. Es sind inzwischen zwei Regale voll Blau.