Steinzeug oder Steingut: worauf es beim Geschirr ankommt

Die beiden Wörter klingen fast gleich, und im Laden stehen sie nebeneinander. Der Unterschied liegt in der Brenntemperatur, und er entscheidet darüber, wie lange ein Teller hält.
Steingut wird bei 1.000 bis 1.100 Grad gebrannt. Der Scherben bleibt porös und saugt Wasser auf, deshalb muss er vollständig glasiert sein. Bekommt die Glasur einen Riss oder eine abgeschlagene Kante, zieht Wasser in den Scherben, der Teller verfärbt sich und wird irgendwann unhygienisch. Viele günstige Geschirrserien sind Steingut.
Steinzeug wird bei 1.200 bis 1.300 Grad gebrannt. Bei dieser Temperatur sintert der Ton: Die Teilchen verschmelzen, der Scherben wird dicht wie Glas und nimmt kein Wasser mehr auf. Eine abgeschlagene Kante bleibt eine abgeschlagene Kante, mehr passiert nicht. Steinzeug verträgt Spülmaschine, Mikrowelle und Ofen.
Unsere Serie Herd wird bei 1.260 Grad gebrannt. Der Westerwälder Ton ist dafür gemacht; er enthält genug Feldspat, um bei dieser Temperatur dicht zu werden, ohne sich zu verformen. Das ist der Grund, warum hier seit 500 Jahren Steinzeug gemacht wird und nicht Steingut.